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Planer-Checkliste und Projektablauf Schwimmhalle
Eine Schwimmhalle ist kein Standard-Bauteil – sie ist ein Sonderbau mit drei eng verzahnten Gewerken: Architektur, Haustechnik und Beckentechnik. Ohne frühzeitige Abstimmung dieser drei Welten passieren teure Korrekturen erst in HOAI-Phase 5 (Ausführungsplanung) – oder noch später, im Bau. Eine Planer-Checkliste pro HOAI-Phase macht den Ablauf verbindlich. (Bezug FKB-Leitfaden, S. 28)
HOAI Phase 2 – Vorplanung
Das Becken ist kein nachgelagertes Detail. Schon in der Vorplanung muss klar sein: Beckenmaße, Beckentyp (Folie/Edelstahl), Wassertemperatur-Sollwert, Nutzungsprofil (privat/Hotel/Wellness). Diese vier Punkte entscheiden über Gebäudegröße, Klimagerät-Klasse und Investitions-Rahmen.
| Check Phase 2 | Was zu klären ist |
|---|---|
| Beckenmaße & Beckentyp | Folie oder Edelstahl, Form, Tiefe, Treppe – siehe Folie oder Edelstahl |
| Klima-Sollwert | Wassertemperatur, Lufttemperatur, rel. Feuchte – je nach Nutzung, siehe Klima, Taupunkt |
| Umgang um das Becken | mindestens 2-seitig, idealerweise allseitig – siehe Umlaufender Zugang |
| Technikraum-Lage | Untergeschoss/Nebenraum, Erreichbarkeit für Wartung |
| Untergrund (Massiv/Holz/Decke) | statische und bauphysikalische Folgewirkungen klären |
HOAI Phase 3 – Entwurfsplanung
Die kritische Phase. Hier wird der Gebäudeentwurf bauphysikalisch tragfähig gemacht. Mindestbreiten für umlaufende Zugänge, Lage der Lüftungsschienen vor den Glasflächen, Position des Klimageräts, Führung der Sandwich-Kanalpaneele.
| Check Phase 3 | Was festgelegt ist |
|---|---|
| Bauphysikalisches Konzept | Wandaufbau, Deckenaufbau, Bodenabdichtung skizziert |
| Dampfsperren-Konzept | durchgehend, alle Anschluss-Details vorgesehen |
| Klimageräte-Klasse vorgewählt | TG / TGW / HWG / LEG-U / LEG-AuFo / LEG-AuFo-R |
| Kanal-Führung | im umlaufenden Schacht, Mindestbreiten berücksichtigt |
| Lüftungsschienen-Lage | vor allen Glasflächen vorgesehen |
| Elektroinstallation | in der Dämmebene geplant, IP66 vorgesehen |
HOAI Phase 4 – Genehmigungsplanung
Bauphysikalischer Nachweis nach DIN 4108-3 erstellt – insbesondere bei Holzkonstruktion durch Glaser-Verfahren abgesichert. Wärme-Pass / ENEV-Nachweis enthält die Schwimmhalle als Sonderzone. Brandschutz mit der zusätzlichen Last hoher Feuchte erwähnt. Statische Sondernachweise (Wasserlast, Klimageräte-Auflast).
HOAI Phase 5 – Ausführungsplanung
Detail-Ausführungspläne für jeden Anschluss: Wand-Boden, Wand-Decke, Wand-Fenster, Wand-Beckenrand, Lüftungsschienen-Einbettung, Kanal-Durchdringungen. Materiallisten (Innendämmsystem, Putze, Beschichtungen, korrosionsbeständige Befestigungen) als feste Spezifikation in den Ausschreibungstexten.
HOAI Phasen 6–8 – Vergabe & Bauausführung
Ausschreibungstexte schwimmhallentauglich präzise. Beim Vergabevorschlag auf Schwimmhallen-Referenzen der Bauunternehmen achten – jeder Detail-Fehler in der Bauausführung wird teuer. Während der Bauausführung ist die Bauleitung verstärkt gefordert: Dampfsperre, Laibungen, Durchdringungen sind während der Verlegung zu kontrollieren – nicht erst zur Abnahme. Fotodokumentation jeder Schicht.
Schnittstellen-Koordination
Drei Welten müssen abgestimmt werden:
Architekt (Gebäudeentwurf, Sichtflächen, Innenarchitektur, Beleuchtung) · TGA-Planer (Heizung, Lüftung, Klima, Elektroinstallation) · FKB Schwimmbadtechnik (Beckenwahl, Beckentechnik, Wasseraufbereitung, Klimagerät-Auswahl). Eine klare Struktur und enge Abstimmung zwischen diesen drei Akteuren ist unverzichtbar. Pläne sollten an jedem Phasen-Ende mit allen drei Welten gegengezeichnet sein.
Typische Dauer eines Schwimmhallen-Projekts
| Projekt-Klasse | Vorplanung bis Inbetriebnahme |
|---|---|
| Privates Familienbad (Neubau in Massivbau) | 12–18 Monate |
| Anspruchsvolles Privatbad mit Wellness | 15–24 Monate |
| Hotel-Schwimmhalle | 18–30 Monate |
| Sanierung bestehende Halle | 9–15 Monate (hängt am Bestand) |
Bilder zum Thema

Schnittplan Phase 3: Hallenhülle, Becken, umlaufender Technik-Schacht, Klimagerät im Keller. Die wesentlichen Schnittstellen sind hier sichtbar – und korrigierbar, ohne dass auf der Baustelle Folgekosten entstehen.

Ausführungsdetail Phase 5: Wand-Boden-Beckenrand-Anschluss mit Bemaßung, Schichtfolge, Dampfsperren-Führung. Diese Details gehören in den Ausschreibungstext, nicht in die Erfahrung des Estrich-Unternehmers.

Bauausführung: Fotodokumentation der verlegten Dampfsperre vor dem Schließen der Schichten. Im Schadensfall später der einzige Beleg für die korrekte Ausführung.
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Beratung und Leitfaden
Wir begleiten Schwimmhallen-Projekte ab HOAI-Phase 2 als Beckentechnik-Partner: gemeinsam mit Architekt und TGA-Planer entstehen die bauphysikalisch tragfähigen Detail-Lösungen. Sprechen Sie uns an – je früher, desto sparsamer.
Fragen & Antworten: Planer-Checkliste
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Brauchen wir einen TGA-Planer?
Bei einer ernsthaften Schwimmhalle ja. Die Anforderungen an Lüftung, Heizung und Steuerung sind anspruchsvoll genug, dass eine Fach-Planung ihre Kosten wieder einspielt. -
Welche Honorar-Phasen sind besonders wichtig?
Die HOAI-Leistungsphasen 3 (Entwurf) und 5 (Ausführungsplanung) — hier entstehen die kritischen Nachweise und Detailzeichnungen. Wer hier Honorar spart, zahlt es später am Bau zurück. -
Wer koordiniert die Hersteller?
In der Regel der Generalplaner bzw. Architekt. FKB unterstützt aktiv bei den schwimmhallen-spezifischen Schnittstellen — Becken, Klimagerät, Schlitzschienen, Beleuchtung. -
Wie lange dauert ein typisches Projekt?
Von der ersten Skizze bis zur Inbetriebnahme rechnet man üblicherweise 12–24 Monate, je nach Komplexität und Genehmigungssituation. -
Was tun bei Verzögerungen im Rohbau?
Phase 4 lässt sich oft kürzen, aber selten beliebig. Wichtig ist, dass die Trocknungszeiten von Putz, Estrich und Beton nicht unter ein gesundes Maß fallen — sonst entstehen Schäden, die sich später rächen. -
Wann macht eine Energie-Beratung Sinn?
Früh — am besten in Phase 1. Wärmequelle, Wärmerückgewinnung und Beckenabdeckung haben großen Einfluss auf Betrieb und Investitions-Kosten.