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Fensterbeschleierung mit Schlitzschienen
Fensterflächen sind die kälteste Stelle jeder Schwimmhalle. Die warme, feuchte Hallenluft trifft auf das Glas und kondensiert dort als Erstes – wenn nicht eine gezielte Luftführung das verhindert. Lüftungsschienen führen warme, trockene Zuluft direkt entlang der Glasoberfläche und schaffen einen Warmluftschleier, der die Scheibe dauerhaft über dem Taupunkt hält. (Quelle: FKB-Leitfaden Schwimmhallenplanung, S. 22–25)
Funktionsprinzip Warmluftschleier
Die Lüftungsschienen werden in den Boden eingelassen, unmittelbar vor der Fensterfront. Sie führen die aufbereitete Zuluft direkt am Glas entlang nach oben. Die Glasoberfläche bleibt warm, Kondensat bildet sich nicht. Zugleich trägt die Luftführung zur gleichmäßigen Temperaturverteilung im Raum bei – auch bei intensiver Sonneneinstrahlung im Sommer.
Die Profile bestehen aus stranggepresstem Aluminium, sind in symmetrischer und asymmetrischer Bauform erhältlich und decken je nach Ausführung Luftmengen von 60 bis über 6.000 m³/h ab.
Baugrößen und Luftmengen
| Profil | Schlitze | Luftmenge (je nach Länge) | Einsatzbereich |
|---|---|---|---|
| LS 6 / LS 8 / LS 10 / LS 12 | 1-schlitzig | ~60 bis ~1.000 m³/h | kleine bis mittlere Privatbecken |
| LS 15 / LS 16 | 1- bzw. 2-schlitzig | ~1.000 bis ~3.000 m³/h | größere Privat-, Hotel-Becken |
| LS 20 / LS 24 | 2-schlitzig bzw. 3-schlitzig | ~3.000 bis ~5.500 m³/h | Hotel- und öffentliche Bereiche |
| LS 30 | 3-schlitzig | bis über 6.000 m³/h | große Hallenbäder |
Mit zunehmender Schienen-Länge steigt die mögliche Luftmenge linear. So lässt sich bereits in der Planungsphase sicherstellen, dass ausreichend Zuluft entlang der Glasflächen eingebracht wird – ohne Zugerscheinungen und bei gleichzeitig leisem Betrieb.
Symmetrisch oder asymmetrisch
Symmetrische Lüftungsschiene – das Standard-Profil aus natureloxiertem Aluminium. Formschöne, dezente Lösung für die Zulufteinbringung direkt an der Glasfläche. Optimaler Abstand zum Glas: maximal 150 mm.
Asymmetrische Lüftungsschiene – mit verlängerter Schenkelseite (40 mm). Ideal, wenn der Abstand vom Zuluftstutzen zur Glasfläche größer ist – bis 200 mm möglich. Auch hier entsteht ein wirksamer Warmluftschleier gegen beschlagene Scheiben.
Einbau-Anforderungen
Damit die Schienen dauerhaft funktionieren, müssen die folgenden Punkte normgerecht ausgeführt sein:
| Punkt | Anforderung |
|---|---|
| Ausrichtung zur Glasfläche | max. 150 mm (asymmetrisch bis 200 mm) |
| Untergrund | eben, tragfähig, im Schienenbereich versiegelt |
| Einbau | fest verschraubt, Unebenheiten mit Kompriband oder dauerelastischer Abdichtung ausgleichen |
| Randdämmstreifen / Estrichfolie | umlaufend hochgezogen |
| Estrich-Oberkante | Schiene als höchster Punkt des Fußbodens, Gefälle und Übergänge sauber geplant |
| Bewegungsfugen | stirnseitig mind. 0,5 mm/m, längsseitig mind. 3 mm |
| Kondensatführung | Anschlussleitungen mit Gefälle, frostsicher entwässert |
| Schallschutz | bei angrenzenden Aufenthaltsräumen schallgedämmte Kanal-Einbindung |
Nur bei präziser Ausführung bleiben Luftdichtheit, Kondensationsschutz und gleichmäßige Luftführung dauerhaft gewährleistet. Im Bodenaufbau ist die Schiene ein Detail, das nachträglich nur mit großem Aufwand korrigierbar ist – daher zählt jede Maßangabe schon in der Planung.
Bilder zum Thema
Symmetrische Lüftungsschiene aus natureloxiertem Aluminium – die formschöne Standard-Variante. Maximaler Glas-Abstand 150 mm. Erhältlich in den Baugrößen LS 8/16/24/32, ein- bis dreischlitzig.
Sichere Integration in den Bodenaufbau: Randdämmstreifen umlaufend hochgezogen, Schiene als höchster Punkt der Estrich-Oberkante, Bewegungsfugen stirnseitig 0,5 mm/m und längsseitig 3 mm. (Quelle: FKB-Leitfaden, S. 24–25)
Funktion live: Warme, trockene Zuluft strömt aus der Schiene unmittelbar an der Glasoberfläche entlang. Das Glas bleibt über dem Taupunkt, Kondensat hat keine Chance – auch in den kältesten Wochen.
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Beratung und Leitfaden
Die richtige Lüftungsschiene ist ein Detail in der Bauphysik, das über Jahre den Unterschied macht. Wir wählen Baugröße, Schlitzanzahl und Länge auf Ihre Glasfront ab und stimmen den Einbau mit Estrich- und Bauunternehmer ab. Sprechen Sie uns an – idealerweise schon in der Planungsphase.
Fragen & Antworten: Fensterbeschleierung
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Reicht es, das Fenster gut zu dämmen?
Nein — bei 33 °C und 65 % rH liegt der Taupunkt so hoch, dass selbst sehr gute Verglasungen kondensatgefährdet sind. Beschleierung ist die übliche, energetisch sinnvolle Lösung. -
Warum unter dem Fenster und nicht darüber?
Die warme Luft steigt nach oben. Ein Auslass unter dem Fenster führt den Luftvorhang über die gesamte Glasfläche. Von oben blasend würde die Luft schnell abkühlen und den Boden des Fensters nicht erreichen. -
Wie laut ist die Beschleierung?
Bei korrekter Auslegung sehr leise — die Luftgeschwindigkeit im Schlitz ist gering, die Strömung läuft fast lautlos hoch. Lärm entsteht meist erst, wenn der Kanalweg zu eng ist oder ein Ventilator zu hoch geregelt wird. -
Was passiert, wenn die Lüftung kurz ausfällt?
Kurzzeitig dürfen die Scheiben anlaufen. Die dampfdichte und luftdichte Bauweise verhindert, dass aus dem Beschlag ein Bauschaden wird. Dauerhafter Ausfall ist kein zulässiger Betriebszustand. -
Müssen die Schienen sichtbar sein?
Sie liegen flach im Bodenbelag und sind nur als schmaler Edelstahl- oder Aluminiumstreifen sichtbar. Wer das vermeiden möchte, kann sie auch mit Belägen umlaufen, solange die Auslassfläche frei bleibt. -
Wer reinigt die Schienen?
Im laufenden Betrieb genügt regelmäßiges Absaugen. Bei Bedarf werden die Abdeckprofile abgenommen und der Schlitz gespült. Ein dauerelastisch ausgespritzter Rand vereinfacht die Reinigung. -
Kann ich nachträglich Schlitzschienen einbauen?
Schwierig — die Schiene sitzt unterhalb des Estrichs und braucht einen darunterliegenden Luftkanal. Ein nachträglicher Einbau bedeutet in der Regel, dass der gesamte Hallenboden geöffnet wird.