
Pool einwintern: Schritt für Schritt
Ein Pool wird eingewintert, wenn die Wassertemperatur dauerhaft unter etwa 12 Grad liegt, spätestens aber vor dem ersten Frost. Die wichtigste Regel dabei lautet: Das Becken wird nicht leer gemacht. Abgelassen wird nur so viel Wasser, dass die Einbauteile frostfrei liegen. Alles andere ist eine feste Reihenfolge aus Reinigen, Wasserwerte einstellen, Technik entleeren, Eisdruck abfangen und Abdecken. Diese Seite geht die Schritte in genau dieser Reihenfolge durch.
Der richtige Zeitpunkt
Zu früh eingewintert bedeutet, dass das Wasser noch warm ist und Algen unter der Abdeckung weiterwachsen. Zu spät bedeutet Frostschaden an Leitungen und Einbauteilen. Der Richtwert liegt bei einer Wassertemperatur von dauerhaft unter 12 Grad, weil Algen darunter kaum noch wachsen. In den meisten Regionen Deutschlands fällt das in den Oktober.
Planen Sie einen trockenen Tag ein und rechnen Sie mit zwei bis drei Stunden Arbeit. Wichtig ist, dass zwischen dem Einwintern und dem ersten echten Frost noch Luft ist: Die Stoßchlorung im zweiten Schritt braucht ein paar Stunden Umwälzung, und die läuft nur, solange die Pumpe noch angeschlossen ist.
Schritt 1: Becken und Filter reinigen
Was jetzt im Becken bleibt, bleibt den ganzen Winter. Keschern Sie Laub ab, bürsten Sie Wände und Boden und lassen Sie den Poolroboter ein letztes Mal laufen. Anschließend den Filter gründlich rückspülen, bei einer Sandfilteranlage zusätzlich klarspülen. Ein Filter, der mit Schmutz gefüllt in den Winter geht, riecht im Frühjahr faulig und muss dann ohnehin geleert werden. Ist das Filtermedium mehrere Jahre alt, ist jetzt der beste Moment für den Wechsel, siehe Filtersand und Filterglas wechseln.
Schritt 2: Wasserwerte einstellen und stoßchloren
Stellen Sie den pH-Wert auf 7,0 bis 7,4 ein, bevor Sie chloren, sonst wirkt das Chlor nur zum Teil. Grundlagen dazu unter Pool-Wasserwerte im Griff. Danach folgt eine Stoßchlorung, die das Wasser desinfiziert und organische Reste abbaut, siehe Stoßchlorung richtig durchführen. Lassen Sie die Pumpe dabei einige Stunden laufen.
Erst wenn der Chlorwert wieder im normalen Bereich liegt, kommt das Wintermittel ins Wasser. Diese Mittel sind Algenschutz für stehendes Wasser und wirken über Monate, aber sie ersetzen keine Desinfektion und verlieren bei zu hohen Chlorwerten an Wirkung. Die Reihenfolge ist also: pH, dann Chlor, dann Wintermittel.

Schritt 3: Wasserstand absenken, aber nicht ablassen
Jetzt wird der Wasserspiegel unter die Einbauteile gesenkt, also unter Skimmer und Einlaufdüsen. Üblich sind etwa zehn bis zwanzig Zentimeter unter dem Skimmer. Damit steht in diesen Bauteilen kein Wasser mehr, das gefrieren könnte, und das Becken behält trotzdem seine Füllung.
Warum das Becken nicht leer gemacht wird, hat zwei Gründe. Bei Folienbecken trocknet die Folie ohne Wasser aus, wird spröde, schrumpft und verliert ihre Passform; ein Neubezug ist die Folge. Bei gemauerten und Betonbecken kommt ein zweiter, schwerwiegenderer Punkt hinzu: Das Wasser im Becken hält dem Druck des umgebenden Bodens und einem hohen Grundwasserstand entgegen. Ein leeres Becken kann durch Auftrieb angehoben oder durch Erddruck beschädigt werden. Ein Pool wird deshalb nur für eine Sanierung geleert, und dann mit Blick auf den Grundwasserstand.
Schritt 4: Technik entleeren
Alles, was Wasser führt und im Freien oder in einem unbeheizten Schacht steht, muss leer sein. Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus und sprengt Gehäuse, die den ganzen Sommer gehalten haben:
- Pumpe: Vorfilterdeckel öffnen, Ablassschrauben herausdrehen, Korb entnehmen und reinigen. Die Schrauben lose wieder einsetzen, damit sie im Frühjahr nicht fehlen.
- Filterbehälter: über die Ablassschraube entleeren, Mehrwegeventil auf eine Zwischenstellung oder auf Winter stellen, damit die Ventildichtung nicht dauerhaft unter Druck steht.
- Leitungen: Verschraubungen öffnen oder Rohre ausblasen. Wo sich Wasser nicht vollständig entfernen lässt, verhindern Winterstopfen in den Düsen und ein Skimmerschutz, dass sich die Leitung wieder füllt.
- Wärmepumpe: Kondensat und Wasserkreis entleeren, Bypass schließen. Die Einzelschritte stehen unter Poolwärmepumpe winterfest machen.
- Salzelektrolyse und Messtechnik: Zelle und Sonden ausbauen, reinigen und frostfrei lagern. Sonden dürfen nicht trocken liegen. Details unter Salzelektrolyse: Zelle pflegen und entkalken.
- Poolroboter: spülen, trocknen und frostfrei lagern, nicht in der Gartenhütte. Bei Akkugeräten den Ladezustand beachten, siehe Akku-Poolroboter laden, pflegen, überwintern.
Schritt 5: Eisdruck abfangen
Eine geschlossene Eisdecke drückt nach außen gegen die Beckenwände. Eisdruckpolster sind längliche Schwimmkörper, die entlang der Wände liegen und diesen Druck aufnehmen, indem sie nachgeben. Besonders wichtig ist das bei gemauerten Becken, bei Skimmern und bei Einbauteilen aus Kunststoff. Eine Übersicht bietet Winterzubehör und Eisdruckpolster.

Schritt 6: Abdecken
Zum Schluss kommt die Winterabdeckung auf das Becken. Sie hält Laub, Schmutz und Licht draußen, und weniger Licht heißt weniger Algenwachstum. Zur Auswahl der passenden Abdeckung siehe Wintersack und Abdeckplane sowie Schwimmbadabdeckungen im Vergleich.
Wer eine Plane verwendet, sollte den Wassersack von vornherein verhindern: Ein Poolkissen in der Beckenmitte wölbt die Plane, sodass Regenwasser nach außen abläuft statt sich in der Mitte zu sammeln. Warum das wichtig ist, steht unter Poolkissen gegen den Wassersack.
Über den Winter lohnt ein Blick nach Sturm und nach starkem Schneefall: Liegt die Abdeckung noch richtig, steht Wasser darauf, hält das Kissen noch Luft? Im Frühjahr gilt die Reihenfolge umgekehrt: erst das Wasser von der Plane pumpen, dann abnehmen. Wie der Saisonstart danach sauber gelingt, steht unter Poolroboter auswintern: der Check vor dem Saisonstart.
Das Wichtigste in Kürze
- Einwintern, wenn die Wassertemperatur dauerhaft unter etwa 12 Grad liegt, und auf jeden Fall vor dem ersten Frost.
- Das Becken wird nicht geleert. Der Wasserstand wird nur unter Skimmer und Einlaufdüsen abgesenkt, etwa zehn bis zwanzig Zentimeter unter dem Skimmer.
- Ein leeres Becken ist ein Risiko: Folie wird spröde und schrumpft, gemauerte Becken können durch Auftrieb und Erddruck Schaden nehmen.
- Reihenfolge der Wasserpflege: erst pH auf 7,0 bis 7,4, dann Stoßchlorung, erst danach das Wintermittel.
- Pumpe, Filter, Leitungen, Wärmepumpe, Elektrolysezelle und Sonden vollständig entleeren beziehungsweise frostfrei lagern.
- Eisdruckpolster nehmen den seitlichen Druck der Eisdecke auf, ein Poolkissen verhindert den Wassersack auf der Plane. Das sind zwei verschiedene Bauteile.
- Nach Sturm und Schneefall kontrollieren. Im Frühjahr erst das Wasser von der Abdeckung pumpen, dann abnehmen.
Inhalt: 4 Stk. (6,06 € / 1 Stk.)
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Beratung zur Überwinterung
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Fragen & Antworten: Pool einwintern
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Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Einwintern?
Wenn die Wassertemperatur dauerhaft unter etwa 12 Grad liegt, in den meisten Regionen Deutschlands also im Oktober. Unter dieser Marke wachsen Algen kaum noch. Zu früh eingewintert heißt Algenwachstum unter der Abdeckung, zu spät heißt Frostschaden an Leitungen und Einbauteilen. -
Muss ich das Wasser komplett ablassen?
Nein, und das wäre sogar schädlich. Abgesenkt wird nur bis unter Skimmer und Einlaufdüsen, üblich sind zehn bis zwanzig Zentimeter unter dem Skimmer. Folienbecken verlieren ohne Wasser ihre Passform, weil die Folie austrocknet und schrumpft. Bei gemauerten Becken hält das Wasser dem Erddruck und dem Grundwasser entgegen; ein leeres Becken kann durch Auftrieb angehoben werden. -
In welcher Reihenfolge kommen die Wasserpflegemittel ins Becken?
Erst den pH-Wert auf 7,0 bis 7,4 einstellen, dann stoßchloren, und erst wenn der Chlorwert wieder im normalen Bereich liegt, das Wintermittel zugeben. Wintermittel bei zu hohem Chlorwert verliert an Wirkung, und Chlor bei falschem pH-Wert wirkt nur teilweise. -
Was passiert, wenn ich die Leitungen nicht entleere?
Gefrierendes Wasser dehnt sich aus und sprengt Pumpengehäuse, Filterbehälter und Rohre. Das ist der teuerste und zugleich häufigste Einwinterungsschaden. Betroffen ist alles, was Wasser führt und im Freien oder in einem unbeheizten Schacht steht. -
Worin unterscheiden sich Eisdruckpolster und Poolkissen?
Eisdruckpolster sind längliche Schwimmkörper, die entlang der Beckenwände liegen und den seitlichen Druck der Eisdecke aufnehmen. Ein Poolkissen liegt mittig unter der Plane und wölbt sie, damit Regenwasser nach außen abläuft. Das eine schützt die Beckenwand, das andere die Abdeckung. In Regionen mit harten Wintern werden beide eingesetzt. -
Kann ich den Pool auch durchlaufen lassen statt einzuwintern?
Ja, das ist die Alternative für frostgefährdete Anlagen mit entsprechender Technik: Die Umwälzung läuft durch, oft mit Frostwächter, sodass das Wasser in Bewegung bleibt und nicht gefriert. Das kostet Strom und setzt voraus, dass die Anlage bei Stromausfall nicht ungeschützt ist. Für die meisten Privatbecken ist das klassische Einwintern der sicherere Weg. -
Was ist mit Poolroboter, Elektrolysezelle und Messsonden?
Alle drei kommen aus dem Wasser. Den Roboter spülen, trocknen und frostfrei lagern. Die Elektrolysezelle ausbauen und reinigen. Messsonden für pH und Redox dürfen nicht trocken liegen, sie werden nach Herstellerangabe in Aufbewahrungslösung gelagert. -
Muss ich im Winter nach dem Becken sehen?
Ja, nach Sturm und nach starkem Schneefall. Geprüft wird, ob die Abdeckung noch richtig liegt, ob Wasser darauf steht und ob das Poolkissen noch Luft hat. Ein undichtes Kissen fällt in sich zusammen und die Plane hängt wieder durch, ohne dass man das von Weitem sieht.