
Poolkissen gegen den Wassersack auf der Winterabdeckung
Eine Winterabdeckplane liegt im Herbst glatt über dem Becken. Nach dem ersten Dauerregen hängt sie in der Mitte durch, sammelt Wasser, und was als kleine Pfütze beginnt, wird binnen Wochen zu mehreren hundert Kilogramm. Dieses Gewicht reißt Ösen aus, dehnt das Gewebe und zieht im schlimmsten Fall die ganze Plane mitsamt Schmutz ins Becken. Verhindern lässt sich das mit einem einfachen Bauteil: einem aufblasbaren Poolkissen in der Beckenmitte, das die Plane wölbt, sodass Regenwasser nach außen abläuft.
Wie der Wassersack entsteht
Eine Winterplane ist kein Dach, sie liegt lose auf. Regen und Schmelzwasser laufen zur tiefsten Stelle, und das ist die Beckenmitte. Dort bildet sich eine Mulde, in der sich das Wasser sammelt. Mit jedem Liter wird die Mulde tiefer, und je tiefer sie ist, desto mehr Wasser läuft nach. Der Vorgang beschleunigt sich also selbst.
Die Zahlen dahinter werden leicht unterschätzt: Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm. Eine Mulde, in der hundert Liter stehen, zieht mit hundert Kilogramm an den Randbefestigungen, und das über Wochen. Kommt Schnee dazu, der sich vollsaugt, steigt die Last weiter. Typische Folgen sind ausgerissene Ösen, gedehnte oder eingerissene Planen, verbogene Randbefestigungen und Wasser, das mitsamt Laub und Schmutz ins Becken schwappt, sobald die Plane nachgibt.
Was das Poolkissen bewirkt
Das Kissen ist ein aufblasbarer Luftkörper, der vor dem Auflegen der Plane mittig auf die Wasseroberfläche gelegt wird. Es hebt die Plane in der Mitte an und kehrt damit das Gefälle um: Statt zur Mitte läuft das Wasser nun nach außen zum Beckenrand und von dort ab. Eine Mulde kann gar nicht erst entstehen.
Zwei Nebeneffekte kommen dazu. Das Kissen hält die Plane von der Wasseroberfläche fern, was das Anfrieren der Plane an der Eisdecke reduziert. Und es nimmt bei geschlossener Eisdecke einen Teil der Ausdehnung auf, weil die Luft im Kissen nachgibt.
Wichtig ist die Abgrenzung zu einem verwandten Produkt: Eisdruckpolster sind etwas anderes. Das sind längliche, schwimmende Körper, die entlang der Beckenwände liegen und den seitlichen Druck der Eisdecke aufnehmen, damit Wände und Einbauteile geschont werden. Ein Poolkissen löst das Wasserproblem auf der Plane, Eisdruckpolster lösen das Druckproblem im Wasser. In Regionen mit harten Wintern setzen viele Betreiber beides ein. Hintergrund dazu finden Sie unter Wintersack und Abdeckplane.

Richtig aufblasen: der häufigste Fehler
Das Kissen wird nicht prall aufgeblasen, sondern nur zu etwa zwei Dritteln bis drei Vierteln seines Volumens. Der Grund ist Physik: Luft dehnt sich bei Sonneneinstrahlung aus und zieht sich bei Frost zusammen. Ein prall gefülltes Kissen, das an einem milden Novembertag in der Sonne liegt, kann an der Naht aufplatzen. Ein zu zwei Dritteln gefülltes Kissen hat Reserve in beide Richtungen und liegt außerdem stabiler.
Zur Befestigung: Die meisten Kissen haben Ösen, durch die eine Schnur zu den Beckenrändern geführt wird. Das hält das Kissen mittig, auch wenn Wind unter die Plane greift. Ohne Fixierung wandert es an den Rand, und dort nützt es nichts.
Über den Winter kontrollieren
Ein Kissen ist kein Aufbau, den man im Oktober vergisst und im April wiedersieht. Prüfen Sie nach Sturm und nach starkem Schneefall, ob es noch mittig liegt und noch Luft hat. Ein undichtes Kissen fällt in sich zusammen, und die Plane hängt wieder durch, ohne dass Sie es von Weitem sehen.
Wenn sich trotz Kissen Wasser auf der Plane sammelt, etwa weil der Beckenrand rundum gleich hoch ist und nicht abläuft, hilft eine kleine Tauchpumpe oder eine Planenpumpe, die das Wasser abführt. Saugen Sie die Plane dabei nicht leer, bis sie auf dem Kissen scheuert. Vor dem Abnehmen der Plane im Frühjahr gilt ohnehin: erst das Wasser von der Plane herunterpumpen, dann abnehmen. Sonst landet genau das Schmutzwasser im Becken, das Sie den ganzen Winter draußen gehalten haben.

Welche Größe und welches Material
Die Faustregel lautet, dass das Kissen deutlich kleiner sein darf als das Becken; es soll die Mitte anheben, nicht die Fläche abdecken. Für kleine bis mittlere Privatbecken sind quadratische Kissen üblich, bei langen Becken werden mehrere Kissen in Reihe gelegt, damit die Wölbung über die ganze Länge trägt. Achten Sie auf kräftiges Material mit verschweißten Nähten; dünne Badeartikel aus dem Sommersortiment halten einem Winter nicht stand.
Welche Abdeckungsart insgesamt zu Ihrem Becken passt, vergleichen wir im Ratgeber Schwimmbadabdeckungen im Vergleich. Wer ohnehin über eine feste Lösung nachdenkt, für den kann eine Sicherheitsabdeckung das Thema Wassersack dauerhaft erledigen. Eine Rollladenabdeckung ersetzt die Winterabdeckung nur bei beheiztem Winterbetrieb; bei eingewintertem, unbeheiztem Becken bleibt sie aufgerollt.
Verwandte Ratgeber
Das Kissen ist ein Schritt von mehreren. Die vollständige Reihenfolge steht unter Pool einwintern: Schritt für Schritt.
Das Wichtigste in Kürze
- Regen sammelt sich in der Mitte der Winterplane. Hundert Liter bedeuten hundert Kilogramm Zug an den Ösen, über Wochen.
- Ein mittig platziertes Poolkissen wölbt die Plane, sodass Wasser nach außen abläuft. Die Mulde entsteht gar nicht erst.
- Kissen nur zu zwei Dritteln bis drei Vierteln aufblasen. Luft dehnt sich in der Sonne aus, prall gefüllte Kissen platzen an der Naht.
- Mit Schnüren zum Beckenrand fixieren, sonst wandert das Kissen bei Wind an die Seite.
- Poolkissen und Eisdruckpolster sind zwei verschiedene Dinge: Das Kissen löst das Wasserproblem auf der Plane, Eisdruckpolster nehmen den seitlichen Druck der Eisdecke auf.
- Nach Sturm und Schneefall kontrollieren. Im Frühjahr erst das Wasser von der Plane pumpen, dann die Plane abnehmen.
Beratung zur Überwinterung
Sie möchten Ihr Becken sicher durch den Winter bringen und sind sich bei Abdeckung, Kissen und Eisdruckpolstern unsicher? Wir beraten Sie nach Beckenform und Lage.
Fragen & Antworten: Poolkissen und Winterabdeckung
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Wozu brauche ich ein Poolkissen überhaupt?
Es hebt die Winterplane in der Beckenmitte an, damit Regen- und Schmelzwasser nach außen abläuft statt sich in der Mitte zu sammeln. Ohne Kissen entsteht eine Mulde, die sich selbst vergrößert und mit ihrem Gewicht Ösen ausreißt oder die Plane ins Becken zieht. -
Wie prall soll das Kissen aufgeblasen werden?
Nur zu etwa zwei Dritteln bis drei Vierteln. Luft dehnt sich bei Sonneneinstrahlung aus und zieht sich bei Frost zusammen. Ein prall gefülltes Kissen kann an der Naht aufplatzen, ein teilgefülltes hat Reserve in beide Richtungen und liegt stabiler. -
Ist ein Poolkissen dasselbe wie ein Eisdruckpolster?
Nein. Das Poolkissen liegt mittig unter der Plane und löst das Wasserproblem auf der Abdeckung. Eisdruckpolster sind längliche Schwimmkörper entlang der Beckenwände, die den seitlichen Druck einer Eisdecke aufnehmen und Wände sowie Einbauteile schützen. In kalten Regionen werden beide zusammen eingesetzt. -
Wie groß muss das Kissen sein?
Deutlich kleiner als das Becken, es soll die Mitte anheben und nicht die Fläche abdecken. Bei langen Becken legt man mehrere Kissen in Reihe, damit die Wölbung über die ganze Länge trägt. Achten Sie auf kräftiges Material mit verschweißten Nähten. -
Trotz Kissen steht Wasser auf der Plane. Was nun?
Prüfen Sie zuerst, ob das Kissen noch mittig liegt und noch Luft hat; undichte Kissen fallen unbemerkt zusammen. Läuft das Wasser wegen eines rundum gleich hohen Beckenrands nicht ab, hilft eine kleine Tauch- oder Planenpumpe. Die Plane dabei nicht so weit leersaugen, dass sie auf dem Kissen scheuert. -
Wann nehme ich die Plane im Frühjahr ab?
Erst das Wasser von der Plane abpumpen, dann abnehmen. Wer die volle Plane einfach wegzieht, spült genau das Schmutzwasser ins Becken, das den ganzen Winter draußen gehalten wurde. -
Muss ich im Winter überhaupt kontrollieren?
Ja, nach Sturm und nach starkem Schneefall. Ein verrutschtes oder undichtes Kissen sieht man von Weitem nicht, die Plane hängt dann wieder durch und die Last beginnt von vorn.